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#yogamom: Wir sind nicht gegeneinander. Wir sind wir.

Ein offener Brief

Ein offener Brief einer Mutter, einer Frau, einer Feministin, einer Bürgerin dieses Landes – und eines Menschen, der daran glaub, dass Verbindung vor Verurteilung kommt.

Yoga: Das Wort kommt aus dem Sanskrit und wird oft mit Verbindung, Vereinigung oder Verbinden übersetzt.

Und vielleicht ist genau das gerade das, was wir brauchen. Nicht noch mehr Trennung. Nicht noch mehr wir gegen die. Nicht noch mehr Schubladen, in die wir Menschen stecken, weil sie anders wählen, anders glauben, anders lieben, anders aussehen oder eine andere Geschichte mit sich tragen.

Sondern Verbindung.

Ich schreibe diesen Brief als #Yogamom.

Als Mutter, die möchte, dass ihre Kinder in einer Welt aufwachsen, in der sie sich sicher fühlen können. Als Frau, die frei sein möchte. Als Feministin, die daran glaubt, dass Gleichberechtigung nicht bedeutet, dass wir alle gleich sein müssen, sondern dass wir alle denselben Wert  & dieselben Rechte haben.

Als Bürgerin dieses Landes, die sich eine Gesellschaft wünscht, in der Demokratie mehr bedeutet als das Recht, alle vier Jahre ein Kreuz zu setzen. Und vor allem schreibe ich ihn als Mensch unter Menschen.

Denn wenn ich die Nachrichten der letzten Tage sehe und auf das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt schaue, dann spüre ich vieles: Traurigkeit, Angst, Wut, aber auch etwas anderes:

Den dringenden Wunsch, dass wir uns wieder daran erinnern, was uns verbindet, denn wir haben mehr, dass uns verbindet, als uns trennt!!

Hört für einen Moment auf euer Herz.

Denn wenn wir ganz tief gehen – unter all die politischen Begriffe, unter die Schlagzeilen, unter die Angst und die Wut – dann stellen wir vielleicht fest:

Wir wollen erstaunlich oft dasselbe.

Wir wollen sicher sein.

Wir wollen wissen, dass unsere Kinder sicher sind.
Dass unsere Eltern sicher sind.
Dass unsere Partner sicher sind.
Dass wir nachts nach Hause kommen können, ohne Angst haben zu müssen.

Wir wollen eine Wohnung, die wir bezahlen können.

Wir wollen von unserer Arbeit leben können.

Wir wollen, dass unsere Arbeit gesehen, respektiert und gerecht entlohnt wird.

Wir wollen Zeit für unsere Familien.

Wir wollen gesund bleiben.

Wir wollen alt werden können, ohne Angst vor Armut haben zu müssen.

Wir wollen frei sein.

Wir wollen unsere Meinung sagen dürfen.

Wir wollen unseren Glauben leben dürfen – oder keinen Glauben haben.

Wir wollen lieben dürfen, wen wir lieben.

Wir wollen so leben dürfen, wie es uns entspricht.

Das ist nicht falsch.

Das ist menschlich.

Das sind einige unserer ursprünglichsten und tiefsten Bedürfnisse.

Und genau deshalb müssen wir aufpassen, wenn uns jemand erzählt, dass wir diese Sicherheit nur bekommen können, wenn wir andere Menschen ausgrenzen.

Sachsen-Anhalt hat uns gestern etwas sehr deutlich gezeigt

Am 6. September 2026 hat Sachsen-Anhalt gewählt.

Die AfD ist mit 43,8 % der Zweitstimmen mit großem Abstand stärkste Kraft geworden. Sie hat ihr Ergebnis gegenüber der letzten Landtagswahl mehr als verdoppelt. Gleichzeitig lag die Wahlbeteiligung bei 77,8 % – so viele Menschen wie seit langer Zeit nicht mehr haben von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht.

Das müssen wir ernst nehmenAber vielleicht sollten wir daraus nicht zuerst die Frage machen:

„Wie konnten die nur AfD wählen?“ Vielleicht sollten wir zuerst fragen:

„Was hat dazu geführt, dass so viele Menschen das Gefühl haben, dass die AfD ihre Sorgen besser versteht als die anderen Parteien?“

Denn 43,8 % sind keine 43,8 % böser Menschen.

Keine 43,8 % Menschen, die automatisch Hass wollen.

Keine 43,8 % Menschen, denen ihre Mitmenschen egal sind.

Hinter jeder Stimme sitzt ein Mensch.

Ein Mensch mit Sorgen.

Ein Mensch mit Hoffnungen.

Ein Mensch mit einer eigenen Geschichte.

Ein Mensch, der vielleicht das Gefühl hat, nicht mehr gehört zu werden.

Ein Mensch, der vielleicht Angst um seine Zukunft hat.

Ein Mensch, der vielleicht wütend ist.

Und vielleicht ist genau das der Moment, in dem wir aufhören müssen, uns gegenseitig in Schubladen zu stecken.

Denn wenn wir 43,8 % unserer Mitmenschen abschreiben, haben wir nichts gewonnen.

Dann haben wir genau das getan, was wir eigentlich verhindern wollen:

Wir haben aus einem Wir ein Wir gegen die gemacht.

Wir müssen die Sorgen ernst nehmen – aber nicht jeden Schuldigen akzeptieren, den man uns anbietet

Viele Menschen mit vielen realen Problemen: Die Lebenshaltungskosten sind hoch.

Wohnraum ist knapp. Viele Menschen erleben, dass Behörden nicht funktionieren, dass Pflegekräfte fehlen, dass Schulen an ihre Grenzen kommen und dass sich Arbeit finanziell nicht mehr so anfühlt, wie sie sollte.

Viele Menschen haben Angst vor Altersarmut.

Viele Menschen fühlen sich von politischen Entscheidungen entfernt.

Viele Menschen fragen sich:

„Wer kümmert sich eigentlich noch um mich?“

Diese Frage ist berechtigt.

Und wir sollten sie nicht beantworten mit: „Du darfst diese Frage nicht stellen.“

Wir sollten sie beantworten mit: „Lass uns gemeinsam nach einer Lösung suchen.“

Aber wir müssen gleichzeitig aufpassen, wenn aus einer berechtigten Sorge ein Feindbild wird.

Aus:„Ich kann mir mein Leben kaum noch leisten.“

wird: „Die Ausländer nehmen uns alles weg.“

Aus: „Ich habe Angst um meine Kinder.“

wird: „Wir müssen diese Menschen ausschließen.“

Aus: „Ich fühle mich nicht mehr sicher.“

wird:„Dann dürfen bestimmte Menschen nicht mehr hier sein.“

Aus: „Ich möchte meine Freiheit behalten.“

wird: „Aber die Freiheit der anderen ist mir egal.“

Genau dort müssen wir widersprechen.

Nicht dem Menschen. Sondern der Idee, dass wir unsere Probleme lösen können, indem wir andere Menschen kleiner machen.

Denn Sicherheit funktioniert nicht nach dem Prinzip: Je weniger Menschen dazugehören, desto sicherer sind wir.

Das klingt vielleicht zunächst logisch.

Aber stellen wir uns vor, wir würden tatsächlich anfangen, unsere Gesellschaft immer weiter aufzuteilen.

Erst sind es Menschen mit einer bestimmten Herkunft.

Dann Menschen mit einem bestimmten Glauben.

Dann Menschen mit einer bestimmten sexuellen Orientierung.

Dann Menschen mit Behinderungen.

Dann Menschen, die politisch anders denken.

Dann Menschen, die nicht in unser Familienbild passen.

Und irgendwann stehen wir da und müssen feststellen:

Es gibt niemanden mehr, der garantiert auf der „richtigen“ Seite steht.

Denn jeder Mensch kann irgendwann zur Minderheit gehören.

Schauen wir deshalb genauer hin

Die AfD verspricht Sicherheit, Wohlstand und Zusammenhalt. Und genau diese Dinge wollen wir doch auch.

Die Frage ist also nicht: „Wollen wir Sicherheit?“

Natürlich wollen wir Sicherheit.

Die Frage ist: „Wie schaffen wir Sicherheit – und für wen?“

Wenn Sicherheit bedeutet, dass Menschen mit Behinderung weniger dazugehören, wenn Sicherheit bedeutet, dass Menschen aufgrund ihres Glaubens unter Generalverdacht geraten, wenn Sicherheit bedeutet, dass queere Menschen ihre Freiheit verlieren, wenn Sicherheit bedeutet, dass Frauen weniger selbst über ihr Leben entscheiden können, wenn Sicherheit bedeutet, dass Kinder lernen, dass manche Menschen weniger dazugehören als andere – dann müssen wir fragen, ob wir wirklich sicherer geworden sind. Oder ob wir lediglich die Angst weitergegeben haben.

🌺 Menschen mit Behinderung

Vielleicht wird beim Thema Inklusion besonders deutlich, was passiert, wenn aus einem „Wir“ und „Wir“ plötzlich ein „Wir und die anderen“ wird.

Die AfD Sachsen-Anhalt fordert in ihrem Regierungsprogramm, die schulische Inklusion zu beenden und Förderschulen auszubauen. Für viele Kinder bedeutet gemeinsames Lernen heute, mit Unterstützung einer Schulbegleitung überhaupt am Schulalltag teilnehmen zu können. Wird diese gemeinsame Beschulung beendet, kann damit auch genau diese Möglichkeit der Teilhabe verloren gehen.

Dabei geht es nicht um eine Sonderbehandlung. Es geht darum, dazugehören zu können.

Ein Kind mit Behinderung sollte mit seinen Freund lernen, spielen und aufwachsen können. Eine Schulbegleitung ermöglicht diese Teilhabe – sie macht ein Kind nicht „besonders“, sondern schafft die Voraussetzungen dafür, dass es gleichberechtigt dabei sein kann. Und genau deshalb ist Inklusion für mich mehr als eine bildungspolitische Frage.

Artikel 1 unseres Grundgesetzes sagt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Artikel 3 verbietet ausdrücklich die Benachteiligung wegen einer Behinderung.

Teilhabe ist kein Luxus und kein Entgegenkommen. Sie gehört zu einer Gesellschaft, in der jeder Mensch seinen Platz haben darf.

Wenn Inklusion nicht funktioniert, weil Personal, Geld und Unterstützung fehlen, dann müssen wir die Bedingungen verbessern – nicht die Kinder aussortieren.

Denn ein Kind, das Unterstützung braucht, ist nicht das Problem.

Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es dazugehören kann.

Und vielleicht sollten wir uns genau das immer wieder sagen:

Du bist nicht weniger wert, weil du anders bist.
Du musst dir deinen Platz in dieser Gesellschaft nicht verdienen.
Du hast ihn.

🌺 Menschen mit unterschiedlichem Glauben

Wir dürfen über Religion sprechen.

Wir dürfen über Islamismus sprechen.

Wir dürfen über Antisemitismus sprechen.

Wir dürfen über religiösen Extremismus sprechen.

Wir müssen über Gewalt sprechen.

Aber: Ein Mensch ist nicht automatisch das, was die extremsten Vertreter seiner Religion tun.

Ein Muslim ist kein Islamist.

Ein Christ ist kein Fundamentalist.

Ein Jude ist nicht verantwortlich für die Politik einer Regierung.

Ein Atheist ist nicht automatisch ohne Werte.

Wir können einander widersprechen. Wir können uns gegenseitig kritisieren.

Wir können sogar zutiefst unterschiedliche Überzeugungen haben. Und trotzdem sagen: Du gehörst zu uns.

🌺 Queere Menschen

Ein queerer Mensch nimmt niemandem die Freiheit weg, nur weil er queer ist. Eine trans Person nimmt niemandem die Identität weg, weil sie ihre eigene lebt. Eine gleichgeschlechtliche Familie macht eine andere Familie nicht weniger wertvoll. Wir können über Gesetze, Medizin, Jugendschutz und politische Fragen diskutieren.

Aber wir sollten uns auf etwas einigen können: Kein Mensch sollte Angst haben müssen, wegen seiner Identität Gewalt oder Verachtung zu erfahren.

Unsere Freiheit wird nicht größer, wenn wir die Freiheit anderer kleiner machen.

🌺 Frauen

Frauen wollen Sicherheit. Sie wollen frei sein. Sie wollen arbeiten können. Sie wollen Kinder haben können – oder keine. Sie wollen selbst über ihren Körper entscheiden. Sie wollen wirtschaftlich unabhängig sein können. Sie wollen vor Gewalt geschützt werden.

Sie wollen nicht aufgrund ihres Geschlechts weniger Möglichkeiten haben. Und natürlich dürfen Frauen sich auch bewusst für ein „traditionelles Familienleben“ entscheiden. Aber Freiheit bedeutet, dass es eine Entscheidung bleibt.

Freiheit bedeutet: Du darfst dein Leben selbst bestimmen.

🌺 Und unsere Kinder?

Vielleicht sollten wir gerade bei unseren Kindern aufhören, in „wir“ und „die“ zu denken.

Denn Kinder fragen nicht zuerst: „Woher kommt dieser Mensch?“

Sie fragen: „Spielen wir zusammen?“

Sie fragen nicht: „Welche Religion hast du?“

Sie fragen: „Willst du mein Freund sein?“

Sie fragen nicht: „Bist du queer?“

Sie fragen: „Warum ist das so?“

Kinder können lernen, dass Menschen verschieden sind.

Und sie können lernen, dass Verschiedenheit keine Bedrohung ist. Vielleicht sollten wir ihnen genau das wieder stärker beibringen.

Wir dürfen wütend sein. Wir dürfen enttäuscht sein. Wir dürfen Angst haben.

Wir dürfen sagen: „So kann es nicht weitergehen.“

Aber wir dürfen unsere Wut nicht missbrauchen lassen.

Denn wenn wir dem Nachbarn die Schuld geben, weil er anders glaubt, anders liebt oder woanders geboren wurde, wird unsere Miete dadurch nicht billiger.

Wenn wir eine queere Person ausschließen, wird unser Gehalt dadurch nicht höher.

Wenn wir Menschen mit Behinderung weniger Teilhabe ermöglichen, wird unser Arbeitsplatz dadurch nicht sicherer.

Wenn wir Menschen mit Migrationsgeschichte zu Feindbildern machen, werden unsere Schulen dadurch nicht automatisch besser.

Unsere wirklichen Probleme verschwinden nicht, indem wir Menschen finden, die wir dafür verantwortlich machen können.

Deshalb: Lasst uns wieder über das reden, was uns verbindet.

Wir wollen sichere Städte.

Wir wollen bezahlbaren Wohnraum.

Wir wollen gute Schulen.

Wir wollen funktionierende Behörden.

Wir wollen gerechte Löhne.

Wir wollen eine gute Pflege.

Wir wollen eine Rente, von der man leben kann.

Wir wollen Familien, die Unterstützung bekommen.

Wir wollen Barrierefreiheit.

Wir wollen Religionsfreiheit.

Wir wollen die Freiheit von Frauen.

Wir wollen die Freiheit queerer Menschen.

Wir wollen Schutz vor Gewalt.

Wir wollen eine Gesellschaft, in der Arbeit sich lohnt.

Das sind keine Gegensätze.

Wir müssen uns nicht entscheiden zwischen Sicherheit und Menschlichkeit.

Zwischen Freiheit und Solidarität.

Zwischen Ordnung und Mitgefühl.

Zwischen Heimat und Offenheit.

Wir können beides wollen.

Deshalb unsere Bitte

An die Menschen, die gestern AfD gewählt haben:

Wir hören, dass ihr unzufrieden seid.

Wir hören, dass ihr Angst habt.

Wir hören, dass ihr euch Veränderungen wünscht.

Wir hören, dass ihr euch von der Politik nicht ausreichend gesehen fühlt.

Und wir wollen euch nicht beschimpfen.

Wir wollen euch nicht aus unserer Gesellschaft ausschließen.

Wir wollen mit euch reden.

Aber wir bitten euch auch:

Schaut genau hin, wohin die Antworten führen.

Fragt euch: 

Was passiert mit den Menschen, die nicht in das Bild passen?

Was passiert mit der Person, die neben mir wohnt?

Mit dem muslimischen Kind in der Klasse meines Kindes?

Mit der trans Person in meiner Stadt?

Mit der Frau, die ihr Leben anders leben möchte?

Mit dem Menschen mit Behinderung, der dazugehören möchte?

Mit dem Geflüchteten, der hier arbeitet?

Und dann fragt euch:

Würde ich wollen, dass man mit mir so umgeht, wenn ich morgen plötzlich zu „den anderen“ gehören würde?

Und an alle anderen:

Auch wir dürfen nicht in die Falle laufen, Menschen abzuschreiben.

Wir dürfen nicht sagen:

„Die sind alle Nazis.“

Denn damit erreichen wir niemanden.

Wir dürfen nicht auf Menschen herabschauen, die anders wählen.

Wir dürfen nicht so tun, als seien ihre Sorgen lächerlich.

Wir müssen zuhören.

Wir müssen bessere Antworten geben.

Wir müssen zeigen, dass eine demokratische Gesellschaft Probleme lösen kann.

Nicht durch Hass.

Nicht durch Gewalt.

Nicht durch Ausgrenzung.

Sondern durch Zusammenarbeit.

Denn wir sind nicht gegeneinander.

Wir sind nicht die Deutschen gegen die Zugewanderten.

Nicht die Gläubigen gegen die Ungläubigen.

Nicht die Heterosexuellen gegen die Queeren.

Nicht die Menschen ohne Behinderung gegen die Menschen mit Behinderung.

Nicht die Alten gegen die Jungen.

Nicht die Männer gegen die Frauen.

Nicht Ost gegen West.

Nicht Stadt gegen Land.

Wir sind eine Gesellschaft.

Und ja:

Wir sind verschieden.

Das ist keine Schwäche.

Das ist unsere Realität.

Die Frage ist nicht, ob wir verschieden sind.

Die Frage ist:

Können wir verschieden sein, ohne einander zu Feinden zu machen?

Ich glaube: Ja.

Sachsen-Anhalt hat gewählt. Jetzt müssen wir miteinander reden.

43,8 % dürfen uns nicht nur Angst machen.

Sie sollten uns auch zum Nachdenken bringen.

Darüber, was wir versäumt haben.

Darüber, wo Menschen sich allein gelassen fühlen.

Darüber, warum so viele Menschen glauben, dass Abgrenzung ihre Sicherheit vergrößert.

Und darüber, welche Gesellschaft wir eigentlich sein wollen.

Denn die Antwort auf Angst darf nicht noch mehr Angst sein.

Die Antwort auf Wut darf nicht noch mehr Wut sein.

Und die Antwort auf Ausgrenzung darf nicht unsere eigene Ausgrenzung sein.

Wir müssen den Kreislauf durchbrechen.

Indem wir zuhören.

Indem wir widersprechen, wo Menschenrechte verletzt werden.

Indem wir Probleme ernst nehmen.

Indem wir Lösungen suchen.

Indem wir füreinander einstehen.

Meine Bitte ist deshalb ganz einfach:

Bevor ihr den nächsten wütenden Beitrag teilt:

Hört einmal in euer Herz.

Fragt euch:

Was will ich eigentlich wirklich?

Sicherheit?

Liebe?

Freiheit?

Anerkennung?

Ein gutes Leben für meine Kinder?

Eine Zukunft, auf die ich mich freuen kann?

Und dann fragt euch:

Brauche ich dafür wirklich einen Feind?

Oder brauche ich Menschen, die mit mir gemeinsam dafür kämpfen?

Wir glauben:

Eine Welt, in der wir miteinander leben, ist stärker als eine Welt, in der wir gegeneinander kämpfen.

Ich glaube, dass wir Probleme lösen können, ohne Menschen abzuwerten.

Ich glaube, dass wir Grenzen haben dürfen, ohne unser Herz zu verlieren.

Ich glaube, dass wir Sicherheit schaffen können, ohne anderen Menschen ihre Sicherheit zu nehmen.

Ich glaube, dass Freiheit bedeutet, dass sie für alle gilt.

Und ich glaube, dass wir mehr gemeinsam haben, als uns eingeredet wird.

Vielleicht ist es an der Zeit, wieder daran zu glauben.

Nicht an eine Welt ohne Konflikte.

Sondern an eine Welt, in der wir Konflikte lösen, ohne einander zu Feinden zu machen.

Nicht an eine Welt, in der alle gleich sind. Sondern an eine Welt, in der alle Menschen gleich viel wert sind.

Lasst uns unsere Wut nicht gegeneinander richten. Lasst uns unsere Angst nicht gegeneinander richten. Lasst uns unsere Hoffnung nicht gegeneinander richten.

Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass wir alle sicherer, freier und menschlicher leben können.

Denn am Ende sitzen wir alle im selben Boot. Und ein Boot wird nicht stabiler, wenn wir anfangen, Löcher in die Seite zu schlagen, nur weil uns jemand erzählt hat, dass die Menschen auf der anderen Seite schuld sind.

Wir sind nicht gegeneinander. Wir sind wir.

Und vielleicht ist genau das unsere größte Stärke.

„Lasst uns wieder daran erinnern, dass wir Menschen sind, bevor wir uns daran erinnern, auf welcher Seite wir stehen.“ ❤️

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